Kandel, ein kleiner beschaulicher Ort in der Pfalz. Rund 9000 Einwohner zählt das Dorf. Eigentlich würde niemand Kandel kennen und niemand würde sich für Kandel interessieren. Doch seit Dezember 2017 steht Kandel praktisch jede Woche in der Zeitung. Aus Kandel dem Dorf, ist Kandel das Symbol geworden.
In Kandel spiegelt sich die heutige Situation eines ganzen Landes wieder. Deutschland ist in der wohl grössten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Was im ganzen Land passiert, zeigt sich in Kandel in voller Deutlichkeit.
Was war geschehen? Ende Dezember 2017 wurde das 15-jährige Mädchen Mia von ihrem Ex-Freund ermordet. Ihr Ex-Freund ist ein afghanischer Flüchtling.
Diese Tat löste eine Reihe von Ereignissen aus. Man kann am Fall Kandel erkennen wie es um die politische Meinung der deutschen Medienhäuser steht. Man kann ebenfalls erkennen wie gespalten Deutschland heute bereits ist. Kandel ist ein Symbol für das Deutschland von 2018. In Kandel wird sich die Zukunft des Landes entscheiden!

Aber gehen wir näher auf die verschiedenen Punkte ein.

Die deutschen Medien

Am Nachmittag des 27. Dezember 2017 begegneten sich der Täter und Mia das spätere Opfer am Bahnhof. Danach folgte der Täter Mia in einen Supermarkt. In diesem Supermarkt kaufte sich der Täter ein ca. 20 Zentimeter langes Brotmesser. Er folgte Mia weiter in den Drogeriemarkt, wo er ihr ohne Vorwarnung das Messer mehrmals in den Oberkörper stach.
Wer an diesem Tag die Tagesschau sah, erfuhr nichts über den Mord. Erst als einige Zeitungen den Fall aufnahmen und darüber berichtete, entschied sich die ARD einen kleinen Beitrag zu senden. Ob man es bewusst verschweigen wollte oder ob es einfach eine falsche Entscheidung war, kann man nicht abschliessend beantworten. Es hinterlässt aber einen faden Beigeschmack.

Am 2. Januar fand ein Trauermarsch für die ermordete Mia statt. Die Meinung der Medien war da aber schon gemacht. Die WELT berichtete am 3. Januar folgendes:

Gruppe demonstriert für „buntes Deutschland“ – dann kommt es zum Tumult
Von Marcel Reich | Veröffentlicht am 03.01.2018

Rund 400 Menschen ziehen zusammen durch Kandel, um des 15-jährigen Mädchens zu gedenken, das vorige Woche mutmaßlich von einem Flüchtling ermordet wurde. Dann trifft die Menge auf eine Gruppe, die für Vielfalt wirbt.
Eigentlich sollte es eine stille Gedenkveranstaltung für das 15-jährige Mädchen aus Kandel werden, das am 27. Dezember in der pfälzischen Kleinstadt mutmaßlich von ihrem Ex-Freund, einem jungen Flüchtling aus Afghanistan, getötet wurde. 400 Menschen trafen sich vor dem Tatort, einem Drogeriemarkt, um an einem Schweigemarsch durch Kandel teilzunehmen.

Rund 30 Menschen blieben vor den Kerzen und Kränzen stehen, die für das Mädchen dort abgelegt wurden, und bildeten eine Mahnwache. Als beide Gruppen wieder aufeinandertrafen, kam es jedoch zu Tumulten.

Als der Schweigemarsch wieder am Laden ankam, traf er auf die dort verbliebene Mahnwache, die in diesem Moment begann, bunte Schirme in die Höhe zu halten. „Die Mahnwache wollte für ein ‚buntes Deutschland‘ demonstrieren“, sagt Thomas Sommerrock, Sprecher der Polizeidirektion Landau, der WELT. Davon fühlte sich die Schweigegemeinschaft provoziert. „Es war eine höchst emotionale Stimmung. Der Schweigemarsch fand es fehl am Platz, in der aktuellen Situation für diesen Zweck zu demonstrieren“, so Sommerrock.

Für die WELT ist also klar wer die „Bösen“ und wer die „Guten“ sind. Leute die für ein buntes Deutschland stehen, können in den Augen der Welt nur die „Guten“ sein! Im Bericht wird dem Leser vorgegaukelt, dass die Gewalt und die Provokationen vom Trauermarsch ausgingen. Ebenfalls will die WELT den Lesern klar machen, dass der Trauermarsch von Rechtsradikalen instrumentalisiert wurde. Wenn ich mir die Bilder im Internet vom ersten Trauermarsch anschaue, sehe ich aber ganz normale Menschen. Angehörige des Opfers, Nachbarn, Dorfbewohner. Natürlich darf man für ein offenes und buntes Kandel demonstrieren aber sollte man eine solche Demo wirklich am Tag des Trauermarsches machen? Für mich sieht es so aus, als wollte die Gegendemo (Warum heisst dies eigentlich so, wenn der Trauermarsch doch ein Marsch und keine Demo war? Sollte es nicht eher „Gegentrauermarsch“ heissen?) bewusst und gezielt provozieren. Genau dies haben sie auch erreicht und somit den Trauermarsch politisiert. Seither findet der Trauermarsch (Kandel ist überall) regemässig statt.

Heute hat sich die Lage verändert. Der Trauermarsch findet noch immer statt aber heute sind praktisch keine Dorfbewohner mehr dabei. Heute sind es Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet und ja, heute zieht der Marsch auch Leute aus dem rechten Spektrum an. Die Gegendemonstranten kommen ebenfalls aus dem ganzen Bundesgebiet. Leute aus Kandel sieht man auf beiden Seiten nur selten. Die Leute in Kandel wollen endlich wieder zur Ruhe kommen. Sie wollen mit dem ganzen nichts mehr zu tun haben. So haben wir nun drei Lager in Kandel; die, die von der merkelschen Flüchtlingspolitik genug haben, solche die diesen Kurs unter allen Umständen weitertragen wollen – und die alle anderen Meinungen und Ängste als Rassismus beschimpfen – und den Bewohner, die resigniert haben, weg  schauen und ihre Ruhe haben wollen.

Somit sind wir beim Bild von ganz Deutschland. Deutschland war seit der Wiedervereinigung nie mehr so gespalten wie heute. Fanatische Multikulturalisten und Utopisten wollen so vielen Menschen wie möglich helfen. Ob diese Menschen Hilfe brauchen oder nicht ist ihnen völlig egal. Die Hilfe soll jeder bekommen der einen Fuss auf deutschen Boden setzt. Obergrenzen wollen sie nicht. Jeder der eine andere Meinung hat wird beschimpft und als Menschenfeind oder Rassist (Nazi) bezeichnet. Jeder soll und muss in einem multikulturellen Land leben und alle Konsequenzen tragen. Die Gegenseite ist nicht, wie die Multikulturalisten behaupten, homogen. Nein die Gegenseite setzt sich aus Menschen zusammen die entweder Rassisten, Nazis, Dunkeldeutsche usw. sind oder aus der ganz normalen Bevölkerung die Angst vor der Zukunft haben. Frauen die Angst haben nachts auf die Strassen zu gehen. Menschen die Angst vor Gewalt und Verbrechen haben. Leute die Angst haben eines Morgens aufzuwachen und fremd in der eigenen Heimat zu sein.

Beide Seiten haben ihre Meinung und beide Meinungen sollen in einem demokratischen Land ausgesprochen werden. Glaubt man aber der WELT, dann sind die Meinungen gemacht. Ja zur bedingungslosen Flüchtlingsaufnahme = GUT. Nein zur bedingungslosen Flüchtlingsaufnahme = SCHLECHT. Diese einseitige Berichterstattung darf eine Zeitung natürlich haben. Dies ist ihre eigene Freiheit. Wenn aber die restliche Medienwelt ins selbe Horn bläst, wird es problematisch. An genau diesem Punkt sind wir angekommen. Man hört immer öfter das Wort „Lügenpresse“. Lügen die Medien? Nein! Aber sie schreiben alle aus ihrer Sicht. Sie selber sind dieser Meinung und aus diesem Grund wird dies dem Leser auch so dargestellt. Man kann eine Medaille immer von zwei Seiten betrachten und beide Seiten haben aus ihrem Blickwinkel nicht Unrecht. In Deutschland fehlt aber die Medienvielfallt. Darum hört oder liest sich alles gleich.

Deutsche Politik

Schaut man sich die politische Lage in Deutschland an, dann muss man sich richtige Sorgen um die Demokratie in Deutschland machen. Wir haben eine SPD, die seit Jahren immer weiter ins liberale Lager rutscht. Auf der anderen Seite hat man eine CDU, die immer weiter nach links gerutscht ist. Wenn man die heutigen Positionen vergleicht, dann kann man nicht mehr viel Unterschiede erkennen. Frau Merkel vertritt ganz klar sozial-liberale Politik. Als sie die Umfrage des Wahl-o-Mat 2018 ausfüllte spukte der Computer folgendes Ergebnis aus:

„Wahl-O-Mat große Hilfe“ – Merkel wählt Schulz

Ok, ich gebe es zu. Dies ist ein Satire-Artikel der WELT.

Aber ist es wirklich «nur» Satire? Wenn ich mir ihr Wahlprogramm und Ihre Positionen vom Wahlkampf ansehe, dann könnte tatsächlich ein solches Ergebnis herauskommen. Für mich ist Angela Merkel mehr SPD als CDU.

Zumindest aber ist in beiden Parteien nicht mehr viel von ihrem Ursprung übrig. Sozialdemokratische Politik macht heute die Linkspartei. Die CDU ist schon lange nicht mehr konservativ und das Wort «Christlich» habe ich noch nie von einem CDU-Politiker gehört. Für mich sind die beiden Parteien, wie man es auf Schweizerdeutsch sagt, «Hans was Heiri».

Als vor ein paar Jahren die Links Partei auf dem politischen Parkett erschienen ist, haben sie alle als Kommunistenpartei verschrien. Keiner wollte mit ihr zusammenarbeiten. Heute sind sie in einigen Bundesländern in einer Koalition mit der SPD und auch auf Bundesebene würden viele Parteien nicht mehr vor einer Zusammenarbeit absehen, wenn sie damit den Erhalt ihrer Macht erhalten könnten. Eine weitere neue Partei ist die AfD. Diese Partei hat momentan, zumindest vor den Wahlen, die meiste Medienpräsenz. Die AfD war in allen Schlagzeilen. Aber nicht positiv. Alle Zeitungen, Radiostationen und TV-Anstalten haben die Partei verschrien. Viele Prominente haben sich klar gegen die AfD gestellt. Es wurde dazu aufgerufen an die Wahl zu gehen und irgendetwas zu wählen, nur nicht die AfD. Die AfD verkörpert den Teufel in Person aber warum ist dies so? Wenn man sich die AfD genauer anschaut, ihr Wahl- oder Parteiprogramm durchliest, dann kommt man nicht drauf. Die AfD soll demokratiefeindlich sein, ist aber die einzige Partei, die sich für eine direkte Demokratie nach Schweizervorbild einsetzt. Mehr Demokratie ist demokratiefeindlich? Die AfD ist für die Abschiebung von illegalen Flüchtlingen. Dafür bezeichnen sie viele als rassistisch. Ja darf man den nicht dieser Meinung sein? Und was wäre die Alternative? Darf denn jeder der will einfach nach Deutschland kommen?
Wenn ich das Parteiprogramm der AfD von heute und das Parteiprogramm der CDU aus den 70er Jahren vergleiche, dann kann ich keine wesentlichen Unterschiede feststellen. Auch in der Politik hat sich alles in drei Lagern gespalten. In die AfD, die Anderen und die für die sich kein Mensch mehr interessiert. Wirklicher Diskurs oder Debatten gibt es nicht mehr. Entweder man ist ein Nazi oder ist Systemtreu. Eine andere Variante gibt es nicht mehr. Zumindest kann ich keine mehr erkennen.

Der eingeschlagene Weg von Frau Merkel wird Deutschland nachhaltig verändern. Zum Teil wegen den vielen Zuwanderern aber eben auch durch den Riss der durch die Bevölkerung gezogen wurde. Dies wird Deutschland so schnell (zumindest nicht in dieser Generation) lösen können. Ob und wie sich dieses Land verändern wird und in welche Richtung  ist schwer vorherzusagen. Irgendwann werden wir es wissen. Was man heute schon weiss, Frau Merkel wird in die deutsche Geschichte eingehen und man wird über sie noch in vielen Hundertjahren reden. Ob positiv der negativ werden erst kommende Generationen erfahren.

Ich persönlich wünsche mir wieder mehr Medienvielfallt in unserem Nachbarland, eine öffentliche Diskussion und vor allem wieder mehr Demokratieverständnis.